Bühne
Das Logo der Initiative Zweifellos – Finde deinen Weg. Es besteht aus vier pfeilartigen Formen, die in der Mitte zusammentreffen: oben orange, rechts grün, unten pink und links rot; gemeinsam bilden sie eine sternartige Figur.
 
Rückblick: Digitale Thementage 2026
Gemeinsam stark im Verbund
Einleitung

Digitale Thementage „Studienzweifel & Studienabbruch“ vom 22. bis 24. September 2026

Wie können Studienzweifelnde und Studienabbrechende wirksam begleitet werden? Welche Unterstützungsangebote haben sich bewährt und welche Impulse braucht es für die Zukunft? Diesen Fragen widmeten sich die Digitalen Thementage 2026 der Initiative „Zweifellos – Finde deinen Weg“ unter dem Motto „Gemeinsam stark im Verbund“.

An drei Veranstaltungstagen kamen Beratende, Forschende und Praxispartner*innen zusammen, um Erfahrungen auszutauschen, neue Ansätze kennenzulernen und Perspektiven für die Weiterentwicklung von Beratung und Orientierung zu diskutieren.

Tag 1

TAG 1

Studienzweifel verstehen und Beratung weiterentwickeln

Die Digitalen Thementage 2026 unter dem Motto „Gemeinsam stark im Verbund“ wurden mit einem Grußwort des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) eröffnet. Im Fokus standen Vernetzung und Erfahrungsaustausch für die Begleitung von Studienzweifelnden und Studienabbrechenden. Deutlich wurde: Studienzweifel und -abbruch sind kein Scheitern, sondern können neue Bildungs- und Berufswege eröffnen. Beratungsangebote leisten hierbei einen wichtigen Beitrag, indem sie Orientierung geben und individuelle Entscheidungsprozesse unterstützen.

Prof. Dr. Helmut Bremer von der Universität Duisburg-Essen beleuchtete, wie soziale Herkunft, Habitus und kulturelle Passung Studienverläufe prägen können. Seine Impulse unterstrichen die Notwendigkeit niedrigschwelliger und lebenslagensensibler Beratungsangebote.

Im praxisnahen Workshop zur Beratung psychisch belasteter Studienzweifelnder und Studienabbrechender stellte Quickstart Sachsen Transfer eine digitale Toolbox vor, die Beratenden Methoden und Instrumente für ihre Arbeit an die Hand gibt. Besonders die „Rund-Eckig-Methode“, mit der positive und herausfordernde Aspekte einer Situation strukturiert reflektiert werden können, stieß bei den Teilnehmenden auf großes Interesse.

Innovative Wege der Orientierung und Begleitung

Im Themenblock „Projekte, Perspektiven, Praxis“ standen praxiserprobte Ansätze zur Entscheidungsfindung für Studienzweifelnde im Mittelpunkt. Das Orientierungsprogramm „O ja! Orientierungsjahr Ausbildung und Studium“ verbindet Hochschulveranstaltungen, Praxiserfahrungen in Unternehmen sowie individuelles Coaching und folgt dem Leitsatz „Erst umsehen, ausprobieren, dann entscheiden“.

Das Projekt „CraftTURN – Turn Your Skills for Future“ zeigte, wie internationale Studierende mit Studienzweifeln auf ihrem Weg in Ausbildung und Beruf begleitet werden können – mit Fokus auf Berufsorientierung, Sprache, Aufenthaltsrecht und Bewerbung.

Ergänzend stellte das Beratungsnetzwerk Queraufstieg Transfer seine Beratungs(land)karten vor. Diese bieten einen Überblick über regionale Beratungs- und Unterstützungsangebote und erleichtern sowohl Ratsuchenden als auch Fachkräften die Orientierung im Beratungsnetzwerk.

Tag 2

TAG 2

Forschungsergebnisse zu Übergängen in die Ausbildung

Der zweite Veranstaltungstag stand unter anderem im Zeichen aktueller Forschung zu Übergängen vom Studium in die Ausbildung. Die Ergebnisse zeigen, dass viele Studienabbrechende den Wechsel oft zunächst als persönliche Krise erleben, rückblickend jedoch häufig von wichtigen Lern- und Entwicklungserfahrungen berichten. Unternehmen sehen Studienabbrechende zugleich als attraktive Zielgruppe und schätzen insbesondere ihre Selbstständigkeit, Problemlösungskompetenz und Lernfähigkeit.

Aus den Forschungsergebnissen wurden konkrete Impulse abgeleitet: Beratung sollte Selbstreflexion stärken, vorhandene Kompetenzen sichtbar machen und über Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten nach einer Ausbildung informieren.


Ausbildung als zukunftsfähiger Bildungsweg

In der Dialogrunde „Hat das Zukunft? – Moderne Berufsbilder im Dialog“ wurde die Attraktivität beruflicher Ausbildung diskutiert. Deutlich wurde, dass moderne Ausbildungsberufe zunehmend Themen wie Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Künstliche Intelligenz integrieren. Gleichzeitig gewinnen sogenannte Future Skills wie Kommunikationsfähigkeit, Teamarbeit, Flexibilität und Problemlösungskompetenz weiter an Bedeutung. Die Teilnehmenden waren sich einig: Ausbildung und Studium sind gleichwertige Bildungswege mit vielfältigen Entwicklungsmöglichkeiten.


Junge Menschen durch kreative Formate erreichen

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Frage, wie Studienzweifelnde besser erreicht werden können. Vorgestellt wurden kreative Formate wie Poetry-Slams oder „Yoga gegen Studienzweifel“, die einen niedrigschwelligen Zugang zum Thema ermöglichen und Beratung in einem ungewohnten, offenen Rahmen erfahrbar machen. Ergänzt werden diese Angebote durch zielgruppengerechte Kommunikation über Social Media, Podcasts und Veranstaltungen.

Tag 3

TAG 3

Flexible Bildungswege stärken

Zum Abschluss stand im Fachgespräch „Zweifellos führen zwei Bildungswege zum Ziel: Orientieren – Entscheiden – Begleiten“ die Frage im Mittelpunkt, wie Übergänge zwischen Studium und beruflicher Bildung verbessert und Studienzweifelnde sowie Studienabbrechende besser unterstützt werden können. Expert*innen aus dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), der Koordinierungsstelle für Studieninformation und -beratung in Niedersachsen (kfsn), der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit sowie dem CHE Centrum für Hochschulentwicklung betonten, dass Bildungsbiografien zunehmend nichtlinear verlaufen und deshalb flexible Übergänge zwischen Studium und beruflicher Bildung wichtiger werden. Als wirksame Unterstützungsformen wurden individuelle Beratung, Coaching, Mentoring und Peer-Angebote hervorgehoben. Gleichzeitig wurde deutlich, dass regionale Netzwerke, stärkere Kooperationen zwischen Hochschulen und Berufsbildung sowie transparente Anrechnungsmöglichkeiten wichtige Voraussetzungen für gelingende Übergänge sind.

Fazit der digitalen Thementage 2026: Studienzweifel und Studienabbrüche sind keine Sackgassen. Mit passenden Beratungsangeboten, starken Netzwerken und einer offenen Sicht auf unterschiedliche Bildungswege können junge Menschen ihren individuellen Weg finden.

Galerie (clac-010)
Test Test

Downloadbereich

Downloadbereich

Einblicke in die Themen unserer Thementage bieten die folgenden Präsentationen:

TAG 1

Zwischen „Heimspiel“ und „Auswärtsspiel“: Studienzweifel und Studienabbruch im Kontext von sozialem Milieu, Habitus und „kultureller Passung“ und Perspektiven für Beratung (Prof. Dr. Helmut Bremer)

Beratungskompetenz stärken – Toolbox für die Beratung von psychisch belasteten Studienzweifelnden und -abbrechenden (Sandy Mann und Jana Wünsch)

Projekte, Perspektiven, Praxis: Innovative Impulse für die Beratung (Ronny Heinemann und Marlies Weixelbaumer)

TAG 2

Übergänge erleichtern, Potenziale heben: Erkenntnisse aus unserer Forschung (Marie-Therese Arnold, Ronny Heinemann und Kristin Henke)

Hat das Zukunft? – Moderne Berufsbilder im Dialog (Kristin Henke und Dr. Theresa Wand) (PDF-Datei nicht barrierefrei)

Lessons Learned: Junge Menschen mit Events & PR für die Beratung gewinnen (Franziska Bergmann und Kathrin Schönherz)

TAG 3

Fachgespräch: "Zweifellos" führen zwei Bildungswege zum Ziel: Orientieren – Entscheiden – Begleiten“ und Ausblick auf die Perspektiven der Initiative Zweifellos (Sarah Rögner)

Zusammenfassung der Thementage

Die Initiative „Zweifellos – Finde deinen Weg" wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen der Initiative Bildungsketten.