

Bashars Kampf um einen Studienplatz ohne anerkanntes Abitur
Als Bashar für sein Studium von Syrien nach Deutschland kam, wurde sein syrisches Abitur nicht anerkannt. Er kämpfte lange um einen Studienplatz für Wirtschaftspsychologie, brach nach fünf Semestern ab. Heute ist er glücklicher Kaufmann für Büromanagement.
Kein anerkanntes Abitur und hohe Erwartungen
Bashar kam für sein Studium von Syrien nach Deutschland. Er absolvierte zwei Jahre lang Deutschkurse, die er erfolgreich abschloss. Doch als er sich im Anschluss bei Universitäten bewarb, wurde sein syrisches Abitur nicht anerkannt. Er musste an eine Anerkennungsschule. Dort konnte er sein Deutsch erneut verbessern. Bashar schloss die Anerkennungsschule ab und bewarb sich – dieses Mal erfolgreich – für das Fach Wirtschaftspsychologie an einer Universität. Zu Studienbeginn war Bashar sehr motiviert. Außerdem hatte er eine hohe Erwartungshaltung an sich selber: Er kam aus einer Akademikerfamilie, seine Schwester ist Psychologin, sein Bruder Mediziner. Als im Verlauf des Studiums Zweifel aufkamen, traute er sich nicht, mit ihnen darüber zu sprechen.
Verständnis statt Vorwürfe
Während des ersten Semesters lag Bashar zwei Monate im Krankenhaus und konnte nur wenige Module abschließen. Er hoffte auf die nächsten Semester. Trotz Corona konnte Bashar in der neuen Stadt sozialen Anschluss finden. Seine Freunde motivierten ihn, weiterzumachen. Doch nach dem vierten Semester gestand er sich ein, dass das Studium für ihn nicht passte. Schließlich sprach er mit seinen Eltern über den Abbruch des hart erkämpften Studiums. Und er war überrascht von der Unterstützung, die ihm seine Eltern entgegenbrachten. Nicht nur seine Eltern, sein gesamtes soziales Umfeld hatte Verständnis für Bashars Entscheidung. Durch Zufall sah Bashar auf Instagram eine Werbung für eine Veranstaltung für Studienabbrechende, die sein Weg verändern sollte.
Durch Beratung zur Beratung
Durch die Veranstaltung hörte Bashar nicht nur viele inspirierende Erfahrungsberichte von Studienabbrechenden, sondern konnte auch Kontakt zu Berater*innen knüpfen. Er machte einen Termin bei einer IHK-Beratungsstelle für die Ausbildungsberatung aus. Doch dort erfuhr er, dass der Ausbildungsberuf, den er sich überlegt hatte – Personalkaufmann – nicht seinen Zukunftsvorstellungen entsprach. Stattdessen bekam er mehrere Empfehlungen. Unter anderem den Beruf des Kaufmanns für Büromanagement. Die Berater*innen der IHK wurden zu seinen Kollegen. Bei der IHK macht Bashar seine Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement und konnte die Ausbildungsdauer sogar verkürzen. Für ihn steht fest: „Es ist nie zu spät, die richtige Entscheidung zu treffen“.
