

Maschinenbau, Umweltsystem und Ressourcenmanagement, Klempner
Als Felix sein Abitur bestanden hatte, wusste er noch nicht in welche Richtung es gehen sollte. Geprägt von äußerem Druck studierte er dual Maschinenbau und fing im Anschluss seinen Master an. Doch noch vor seinem Masterabschluss brach er ab. Er absolvierte eine Ausbildung und arbeitet heute als Klempner.
Äußerer Druck: Duales Studium statt Koch-Ausbildung
Felix war nach seinem Abitur erst einmal planlos. Seinen ursprünglichen Wunsch, Koch zu werden, ging er nicht nach, da sich seine Mutter dagegen aussprach. Diese sah in ihm vor allem ein naturwissenschaftliches Talent, das gefördert werden müsse. Felix schrieb sich für das duale Studium Maschinenbau ein. Das duale Studium brachte ein paar Besonderheiten mit sich: Er hatte Anwesenheitspflicht, war abwechselnd drei Monate im Betrieb und drei Monate in der Schule und hatte nur wenige Urlaubstage. In den ersten Semestern, die vor allem von Grundlagentheorie, beispielsweise in Mathe, geprägt waren, war Felix noch begeistert. Doch im fünften Semester verlor er seine Motivation. Auch im privaten Leben kriselte es. Felix zog sich immer mehr zurück, ging nicht mehr zur Arbeit und meldete sich nicht krank. Er stand gegen Ende seines Studiums nicht nur kurz vor dem Abbruch, sondern auch kurz vor dem Rausschmiss.
Neues Studium, doch noch nicht am Ziel
Mithilfe der Motivation von außen kämpfte Felix noch bis zum Ende seines Studiums. Doch danach war er sich sicher: Die nächsten Entscheidungen müsse er alleine und für sich treffen. Für seinen Freiwilligendienst ging Felix nach Costa Rica und arbeitet mit Menschen mit Behinderung. In dieser Zeit konnte er nicht nur seinen Kopf freikriegen, sondern auch wichtige Lebenserfahrungen sammeln. Felix wollte in eine neue Richtung: Die Entwicklungszusammenarbeit, aber auch Umwelthilfe interessierten ihn sehr. Er schrieb sich für den Masterstudiengang Umweltsysteme und Ressourcenmanagement ein und lebte ein ganze anderes Studentenleben. Viel Zeit verwendete er außerdem für die Hochschulpolitik, in der er aktiv war. Doch bald fing er an das Studium zu vernachlässigen. Erneut stellte er sich die Frage: Was will ich eigentlich?
Sorgenloser Feierabend
Felix ging in sich und traf eine wohlüberlegte Entscheidung. Er ließ sich bei der Handwerkskammer beraten. Er dachte über eine Ausbildung zum Schreiner oder Elektroniker nach. Sein Kurswechsel führte ihn aus seinem Masterstudium schließlich in das Installateur- und Heizungsbauerhandwerk. Für Felix der richtige Weg: Dort kann er seinen Feierabend ohne Gedanken an Semesterarbeitsabgaben genießen. Außerdem hat er einen abwechslungsreichen Arbeitsalltag, sieht die Ergebnisse seiner Arbeit und kann seine Fähigkeiten und Kompetenzen auch im privaten Bereich nutzen. Die Hürde, äußere Erwartungen und gesellschaftliche Konventionen, hinter sich zu lassen, war für Felix groß. Doch heute rät er jeder Person: „Einfach den Mut haben zu sagen, ich mach den Step und nicht von dem Umfeld und einem selber bremsen lassen.“.
