Schrecken mit Happy End – vom Hörsaal in die Praxis
Endgültig durchgefallen. Rebecca musste die Universität verlassen. Sie brauchte Vorgaben, einen anderen Lernstil. Diesen fand sie in der Ausbildung – und blieb bei ihrem Leidenschaftsthema, der Wirtschaft.
Als Rebecca einen Text zum Studiengang Wirtschaftswissenschaften las, war sie begeistert: Das klang total interessant! Das Abitur hatte sie in der Tasche. Also stand dem akademischen Lebensweg nichts im Weg. Rebecca studierte mit dem Ziel, die zweite Akademikerin in der Familie zu werden. Fünf Jahre war sie immatrikuliert. So richtig passte es nicht, aber sie wollte es durchziehen. Nachdem schließlich der Drittversuch in Mathematik und Statistik scheiterte, stand fest: Die akademische Laufbahn war beendet. Die Nachricht kam ausgerechnet zu Heiligabend und traf Rebecca hart. Wie sollte es nun weitergehen?
Neuorientierung: Bewerben, bewerben, dranbleiben und präsent sein
Rebecca wollte im Bereich Wirtschaft tätig sein. Inspiriert durch ihren Bruder, der auch eine Ausbildung gemacht hatte, bewarb sie sich bei 35 Unternehmen in der Umgebung. Sie setzte sich selbst unter Druck. Die meisten anderen Bewerber*innen waren jünger, kamen direkt von der Schule. Doch ihr Wille und ihre Vorkenntnisse waren von Vorteil. Bereits beim Azubi-Speeddating lernte sie Christiane Wecker von der Personalabteilung des Kunststoffherstellers NIKU GmbH kennen und verwies auf ihre Bewerbung zur Industriekauffrau. Diese hatte sie bereits zugesandt. Wenig später erfolgte die Einladung zur Praxiserprobung beim Unternehmen vor Ort.
Angekommen: Freude an der Ausbildung, glücklich im Unternehmen
Rebecca brachte sich ein und konnte mit ihrem Vorwissen punkten. Noch am selben Tag erhielt sie die Ausbildungszusage des mittelständischen Unternehmens – sogar mit verkürztem Lehrjahr aufgrund ihrer Vorkenntnisse. „Ein bombastisches Gefühlt“, so beschreibt es Rebecca. Im Gespräch berichtet sie, wie viel Freude ihr die Ausbildung macht, dass ihr das Lernen in der Berufsschule viel besser liegt und sie ihre Ideen einbringen kann. Nach dem erzwungenen Abbruch ihres Studiums zeigen gute Noten, eine verkürzte Ausbildungsdauer und das Gefühl, angekommen zu sein: Manchmal braucht es einfach eine andere Ausbildungsform, um das eigene Potenzial zu entfalten.