

Sebastians Flucht aus der Universität
Nach dem Abitur ging Sebastian davon aus, dass das Studium nur eine Fortsetzung wäre. Als er seine ersten Vorlesungen in Geschichte und Volkswirtschaftslehre besuchte, wusste er, dass ein Studium nicht zu ihm passt und entschied sich für eine Ausbildung im Großhandel für Heizung und Sanitär.
Drei von 50: Die harte Suche nach der Ausbildung
Sebastian war in der Schule eher mittelmäßig, kam aber immer irgendwie durch. Schließlich erwarb er sein Abitur und startete nach seinem Zivildienst in sein Studium. Entschlossen hatte er sich für Geschichte und Volkswirtschaftslehre. Er dachte, ein Studium wäre im Prinzip wie Schule. Doch schon in den ersten Vorlesungen merkte er, dass das Studium ihm weitaus mehr abverlangte: Er war auf sich allein gestellt, musste einen Veranstaltungsplan entwickeln und bekam währenddessen noch gefühlte 70 Büchervorschläge zum Lesen von seinen Dozent*innen. Das war alles zu viel für Sebastian. Er wollte das Studium einfach beenden. Also suchte er nach einem Ausbildungsplatz. Er schickte ungefähr 50 Bewerbungen an Unternehmen. Nur drei antworteten ihm. Doch die passende Stelle war dabei.
Studienabbruch als Norm
Eines der Unternehmen, die Sebastian antworteten, war ein Großhandel für Heizung und Sanitär. Das Unternehmen ist ein Zwischenstück zwischen der produzierenden Industrie und dem verbauenden Handwerk. Nach einem aufregenden Vorstellungsgespräch bekam Sebastian die Zusage und startete seine Ausbildung . Sein Ziel ist zunächst bescheiden: Keine hohe Position, aber raus aus der Uni und rein in die Praxis. Seine Ausbildung dauerte zweieinhalb Jahre. In dieser Zeit arbeitete Sebastian im Großhandel. Die Ausbildung war für Sebastian eine anstrengende Zeit. Mit vielen anderen Auszubildenden teilt er sein Schicksal: Auch sie sind Studienabbrecher*innen.. Nach seinem Abschluss bot sein Ausbildungsunternehmen ihm eine Festanstellung an. Sebastian bleibt dem Unternehmen treu.
Innendienst, Außendienst, Regionalleiter
Heute ist Sebastian mehr als zufrieden: Nach drei Jahren im Innendienst widmete er sich dem Außendienst und sammelte dort zwei Jahre lang neue Erfahrung. Dann bot sein Ausbildungsbetrieb ihm eine Stelle als Regionalleiter an, die Sebastian dankend annahm Vor allem die Beratung, der Verkauf und Kundenkontakt begeistern ihn. Zwar war es nie Sebastians Plan, doch er ist der Führungsaufgabe gewachsen und kümmert sich um mehrere Abholstandorte der Region. Nun ist er sogar der Chef der Mitarbeitenden, die ihn einst angelernt haben. Ein guter menschlicher Umgang ist ihm bei der Arbeit wichtig und dies lebt er auch als Vorgesetzter.
