Durch Selbstreflexion und die richtige Beratung zur Ausbildung als Brauer
Sören studierte sechs Semester, bis ihm klar wurde, dass er nicht vorankommt. Die Studieninhalte interessierten ihn, aber er erbrachte keine Leistungen. Schließlich half ihm die Beratung an der Uni zu verstehen, dass die Strukturen des Studierens nicht zu seiner Persönlichkeit passten. Zugleich half ihm die Beratung, einen neuen Weg einzuschlagen.
Wissbegierig und vielseitig interessiert war Sören schon in seiner Kindheit. Das Interesse an Archäologie teilt er mit seiner Mutter, deren Bücher sein Wissensschatz sind. Und so entschied er sich nach der Schule für den ganz besonderes Studiengang Archäologien Europas sowie Archäologie und Kunstgeschichte des vorislamischen Orients. Sören startete motiviert ins Studium und besuchte die Vorlesungen und Seminare, die ihn interessierten. Allerdings waren das nicht die Veranstaltungen, in denen er wichtige Credit Points durch Prüfungen oder Hausarbeiten erreichen kann. Erst im fünften Semester beschlichen ihn Zweifel: Sein Mitbewohner kam viel schneller mit dem Studium voran. Für Sören passten die Strukturen des Studiums einfach nicht – das selbstständige Arbeiten, die große Auswahl an Veranstaltungen, keine klaren Vorgaben und keine Deadlines.
Vermittlung in die Ausbildung und erste Jobs
Sein Mitbewohner empfahl ihm, sich beim Career Service der Universität Halle-Wittenberg beraten zu lassen. Sie könnten mit ihm seine persönliche Situation betrachten und warum er Probleme mit dem Studium habe. Gesagt, getan: Sören fand direkt im ersten Gespräch heraus, dass er eine Ausbildung zum Brauer machen möchte. Er wurde vom Career Center direkt an eine Brauerei vermittelt, wo er kurze Zeit später den Ausbildungsvertrag unterzeichnete. Alles passte für Sören. Er verzichtete darauf, die Ausbildung zu verkürzen und schloss sie nach drei Jahren mit guten Noten ab. Überlegungen, als selbstständiger Bierbrauer zu arbeiten, verwarf Sören schnell wieder. Auch hier wäre viel Selbstorganisation gefragt gewesen. Aber schon einige Zeit später erhielt er ein spannendes Jobangebot vom Lebenshilfe e.V.: Im Rahmen einer Behindertenwerkstatt leitete er die Planung und den Aufbau einer Brauerei. Die Anforderungen gingen über seinen Ausbildungsberuf hinaus, aber Sören machte die Arbeit Spaß.
Gut beraten zum Ziel
Als der Job endete, wurde er abermals gut beraten: Über die Agentur für Arbeit fand er eine neue Herausforderung. Sören wurde Qualitätsmanagementbeauftragter in der Sterilgutaufbereitung im Universitätsklinikum Halle. Für ihn hat sich gezeigt: Es lohnt sich, die verschiedenen und zudem kostenlosen Beratungsangebote an der Uni selbst, aber auch bei der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter wahrzunehmen. Sie halfen ihm maßgeblich, seinen Weg zu finden. Das Studium empfindet Sören nicht als Lücke in seinem Lebenslauf. Er hat viel gelernt: Nicht nur interessante Studieninhalte, sondern vor allem auch mehr über sich selbst. Es ist eine wichtige Erfahrung, die letztendlich zu seinem heutigen Beruf geführt hat.