Bühne
Mehrere leuchtende Sprechblasen mit bunten Fragezeichen vor einer dunklen Backsteinwand.
 
Anrechnung von Studienleistungen
Was du im Studium gelernt hast, bringt dich auch in der Ausbildung schneller voran.
Einleitung Warum sich dein Studium trotzdem gelohnt hat

Vorwissen als Vorteil: Anrechnung von Studienleistungen & Verkürzung der Ausbildungsdauer

Ein Studienabbruch bedeutet keinen Neuanfang bei null. Vieles, was du im Studium gelernt hast, kann dir in einer Ausbildung zugutekommen – und sehr wahrscheinlich lässt sich deine Ausbildungszeit sogar verkürzen.

Auch wenn du dein Studium nicht abschließt, bleiben deine Erfahrungen wertvoll: Fachwissen, analytisches Denken, wissenschaftliches Arbeiten oder Selbstorganisation sind gefragte Fähigkeiten in der Ausbildung. Viele Unternehmen wissen das zu schätzen und nehmen Studienabbrecher*innen besonders gern auf.

Unter bestimmten Voraussetzungen kannst du dir Studienleistungen sogar anrechnen lassen – und dadurch schneller ans Ziel kommen

Damit wird dein bisheriger Weg nicht zu einem Umweg, sondern zu einem Vorsprung. Nutze ihn!

Grundlagen (Text)

Grundlagen: Wann und wie sich deine Ausbildung verkürzen lässt

Eine Berufsausbildung dauert in der Regel zwischen zwei und dreieinhalb Jahren. Wenn du Vorkenntnisse aus dem Studium, einer früheren Ausbildung oder auch bestimmte Schulabschlüsse mitbringst, kannst du die Dauer verkürzen. Grundlage hierfür sind das Berufsbildungsgesetz (BBiG), die Handwerksordnung (HwO) sowie weitere branchenspezifische Regelungen. Die Entscheidung trifft immer die zuständige Kammer – also Industrie- und Handelskammer (IHK) oder Handwerkskammer (HWK) – gemeinsam mit deinem Ausbildungsbetrieb.

Informiere dich frühzeitig bei der zuständigen Kammer über den Antragsprozess zur Verkürzung.

Wichtig: Es gibt Mindestzeiten, die nicht unterschritten werden dürfen:

  • Regelausbildungszeit 3,5 Jahre → mindestens 24 Monate
  • Regelausbildungszeit 3 Jahre → mindestens 18 Monate
  • Regelausbildungszeit 2 Jahre → mindestens 12 Monate

 

Ausbildungszeit reduzieren(Akkordeon)

Diese Faktoren können deine Ausbildungszeit reduzieren

Ob durch schulische Vorbildung, Studienleistungen oder Alter – viele Faktoren können deine Ausbildungszeit verkürzen. Prüfe, ob einer der folgenden Punkte auf dich zutrifft und lass dir Studieninhalte und Leistungen frühzeitig bescheinigen, um die Anrechnung zu erleichtern:

Wenn du im Betrieb und in der Berufsschule besonders gute Leistungen zeigst, kannst du vorzeitig zur Abschlussprüfung zugelassen werden (§ 45 BBiG).

Mit Fachoberschulreife kann die Ausbildung um bis zu sechs Monate verkürzt werden.

Mit (Fach-)Hochschulreife oder einer abgeschlossenen Ausbildung ist eine Verkürzung um bis zu 12 Monate möglich.

Studienleistungen aus einem begonnenen, aber nicht abgeschlossenen Studium können in vielen Fällen auf eine Berufsausbildung angerechnet werden. Dadurch kann sich deine Ausbildungsdauer verkürzen, weil bestimmte Inhalte bereits als gelernt gelten. Wenn du schon mindestens 30 ECTS im Studium erworben hast, können diese unter Umständen auf deine Ausbildung angerechnet werden – vor allem bei inhaltlicher Nähe zum Ausbildungsberuf.

Angerechnet werden können zum Beispiel:

  • Fachliche Studienmodule, die zur Ausbildung passen
    (z. B. BWL-Module bei kaufmännischen Ausbildungsberufen)
  • Methodische Kompetenzen, z. B. wissenschaftliches Arbeiten oder Projektarbeit
  • Praktische Erfahrungen, z. B. Praktika oder Laborarbeit im Studium
  • Prüfungsleistungen, die inhaltlich mit Ausbildungsinhalten vergleichbar sind

Entscheidend ist immer, wie gut die Studieninhalte zum Ausbildungsberuf passen.

Die Entscheidung trifft in der Regel die zuständige Kammer: Sie prüft gemeinsam mit dem Ausbildungsbetrieb, ob deine bisherigen Leistungen eine Verkürzung rechtfertigen.

Wenn du älter als 21 Jahre bist, kannst du bei der zuständigen Kammer (z. B. IHK oder HWK) einen Antrag auf Verkürzung der Ausbildungszeit stellen.

In vielen Fällen ist eine Verkürzung um bis zu 12 Monate möglich.

Das hängt jedoch davon ab:

  • ob dein Ausbildungsbetrieb zustimmt
  • ob die zuständige Kammer den Antrag genehmigt
  • ob deine Vorkenntnisse und Leistungen eine Verkürzung sinnvoll erscheinen lassen

Diese Regel berücksichtigt, dass ältere Auszubildende oft bereits mehr Lebenserfahrung, Berufserfahrung und/oder Studien- oder Praxiserfahrung haben.

Auch nicht-formale Kompetenzen wie Zeitmanagement, Präsentationsfähigkeiten oder wissenschaftliches Arbeiten aus dem Studium können positiv berücksichtigt werden.

Verkürzung Schritt für Schritt (Text)

So funktioniert die Verkürzung Schritt für Schritt

Die Verkürzung deiner Ausbildung ist ein individueller Prozess, der gut vorbereitet sein sollte.

So gehst du vor:

  1. Sprich mit deinem Betrieb, ob eine Verkürzung sinnvoll ist.
  2. Sammle Nachweise: Zeugnisse, Leistungsnachweise aus dem Studium oder Bescheinigungen über Berufserfahrung vorbereiten.
  3. Reiche den Antrag bei der zuständigen Kammer (IHK oder HWK) ein – idealerweise bereits vor Ausbildungsbeginn, möglich aber auch später.
  4. Warte auf die Entscheidung: Die Kammer prüft deinen Antrag individuell.
Seitenteaser Erfahrungsberichte

Erfahrungsberichte: So haben andere ihren Weg gefunden

Höre und lese Geschichten von Studienabbrecher*innen, die auch gezweifelt, entschieden und ihren eigenen Karriereweg gefunden haben. Die Mutmach-Stories zeigen: Du bist nicht allein.

Ein Mann arbeitet an einem Serverschrank, überprüft Kabelverbindungen und hält ein Tablet in der Hand.
Stefan: Kaufmann für Digitalisierungsmanagement

Für Stefan gab es nach dem Abitur nur einen Weg: das Studium. Nach drei Abbrüchen war klar, dass dies nicht der richtige ist. Aber wie sollte es weitergehen? Erst der richtige Ansprechpartner hatte den entscheidenden Tipp: Stefan fand die Ausbildung, die zu ihm passte.

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Eine Frau arbeitet konzentriert an einem Schreibtisch mit zwei Monitoren, auf denen Tabellen und Daten angezeigt werden.
Rebecca: Industriekauffrau

Endgültig durchgefallen. Rebecca musste die Universität verlassen. Sie brauchte Vorgaben, einen anderen Lernstil. Diesen fand sie in der Ausbildung – und blieb bei ihrem Leidenschaftsthema, der Wirtschaft.

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Eine Frau sitzt an einem Schreibtisch mit Buch und Tablet, hält eine Brille und lächelt in einem Büro- oder Studienumfeld.
Nicoleta: Notarfachangestellte

Aufgrund ihres großen Interesses an Rechtswissenschaften begann Nicoleta ein Studium. Doch der Prüfungsdruck war zu hoch – sie fiel durch. Die duale Ausbildung zur Notarfachangestellten bot ihr eine neue Chance.

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Die Initiative „Zweifellos – Finde deinen Weg" wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen der Initiative Bildungsketten.

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