Bühne
Student im Rollstuhl sitzt in einem Bibliotheksgang und liest ein großes Buch, umgeben von Bücherregalen.
 
Behinderungen oder chronische Erkrankungen
Gesundheitliche Beeinträchtigungen im Studium
sind vielfältig – und oft unsichtbar.
Es gibt Unterstützungsangebote für dich.
Einleitung Bin ich betroffen?

Studieren mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen

Rund jede*r sechste Studierende lebt mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung. Ob sichtbar oder unsichtbar – entscheidend ist: Du hast ein Recht auf Chancengleichheit und Unterstützung, damit dein Studium gelingt.

Vielleicht fragst du dich, ob du mit deiner Situation auch dazugehörst. Eine gesundheitliche Beeinträchtigung im Studium umfasst viel mehr als nur eine sichtbare Behinderung. Dazu zählen etwa:

  • Psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen
  • Neurodiversitäten (z. B. ADHS, Autismus, Legasthenie)
  • Chronische Krankheiten wie Rheuma, Diabetes oder Asthma
  • Teilleistungsstörungen wie Dyskalkulie
  • Körperliche Einschränkungen oder Sinnesbeeinträchtigungen

Diese Vielfalt zeigt: Viele Studierende sind betroffen, ohne es selbst so zu bezeichnen. Wichtig ist, frühzeitig Unterstützung zu suchen.

Beratung Studierende mit Behinderungen / chronischen Krankheiten
Beratung und Anlaufstellen

Hier bekommst du vertrauliche Unterstützung

Du möchtest deine Rechte kennenlernen und wahrnehmen? Dann musst du diesen Weg nicht allein gehen! Die erste und wichtigste Hilfe sind spezialisierte Beratungsstellen an deiner Hochschule oder im Studierendenwerk. Sie können deine Situation individuell einschätzen und unterstützen dich passgenau z. B. bei:

  • Fragen zum Nachteilsausgleich
  • Studienorganisation und Prüfungsanpassungen
  • Finanzierungsmöglichkeiten und Unterstützungsleistungen

Wichtige Anlaufstellen sind:

  • Beauftragte für Studierende mit Behinderung oder chronischer Erkrankung
  • Psychologische Beratungsstellen
  • Sozialberatung und Behindertenreferate (AStA/ Interessenvertretung der Studierenden)
Beratungsstellen an deiner Hochschule
Deine Rechte: Nachteilsausgleich

Faire Bedingungen im Studium: Nachteilsausgleiche

Du hast ein Recht auf chancengleiche und diskriminierungsfreie Teilhabe am Studium. Nachteilsausgleiche gleichen studienerschwerende Folgen einer Beeinträchtigung aus, ohne die Leistungsanforderungen zu verändern.

Mögliche Nachteilsausgleiche:

  • Verlängerte Bearbeitungszeiten bei Prüfungen
  • Verlängerung von Abgabefristen für Haus- und Abschlussarbeiten
  • zusätzliche Pausen während Klausuren
  • Nutzung von Hilfsmitteln (z. B. spezielle Software, technische Unterstützung bei Seh- oder Hörbeeinträchtigungen)
  • Prüfungen in separaten oder barrierefreien Räumen
  • Alternative Darstellungsformen (z. B. digital barrierefreie Prüfungsformate)
  • Anpassungen bei der Präsenzpflicht, wenn medizinisch notwendig
  • Individuelle Studienpläne nach längeren Krankheits- oder Klinikaufenthalten
  • Besondere Sitzordnungen oder räumliche Bedingungen (z. B. barrierefreier Zugang, Dolmetschende für Gebärdensprache)

Was nicht möglich ist:

Nachteilsausgleiche schaffen faire Bedingungen, aber sie ändern nicht die inhaltlichen Anforderungen des Studiums. Folgende Punkte sind daher nicht möglich:

  • Absenkung der fachlichen Leistungsanforderungen
  • Reduzierung des Prüfungsumfangs oder Weglassen von Inhalten
  • Freie Wahl der Prüfungsform, wenn dadurch andere Kompetenzen geprüft würden
  • Anerkennung von Prüfungsleistungen ohne Leistungsnachweis
  • Dauerhafte Befreiung von Pflichtveranstaltungen ohne Ersatzleistungen
  • Automatische Bewilligung ohne Nachweis und Einzelfallprüfung
  • Anspruch auf die genau gewünschte Maßnahme

Tipp: Eine fachärztliche Bescheinigung oder psychologische Stellungnahme ist meist Voraussetzung. Frühzeitige Beratung hilft, den Antrag gut vorzubereiten.

Grundsätzlich gilt: Die Leistungsziele bleiben unverändert, nur die Bedingungen können angepasst werden.

Unterstützung im Studienalltag (Akkordeon)

Spielräume im Studium nutzen

Wenn Vollzeit nicht möglich ist, kann ein Teilzeitstudium oder ein individueller Studienplan helfen. Weniger Module pro Semester oder verschobene Praktika reduzieren Druck.

Bei längerer Krankheit ist ein Urlaubssemester möglich. Die Zeit zählt meist nicht zur Regelstudienzeit. Achte auf Auswirkungen auf BAföG oder Versicherung.

Neben BAföG gibt es Eingliederungshilfe, Grundsicherung oder spezielle Stipendien. Lass dich individuell beraten.

Zur Seite "Finanzielle & existenzielle Belastungen"

Ein Wechsel kann sinnvoll sein, wenn Prüfungsformen oder Präsenzpflichten trotz Nachteilsausgleich nicht machbar sind.

Frühzeitig barrierefreie Wohnangebote beantragen, Sonderernährung anmelden, Campus-Mobilität klären.

Seitenteaser Erfahrungsberichte

Erfahrungsberichte: So haben andere ihren Weg gefunden

Höre und lese Geschichten von Studienabbrecher*innen, die auch gezweifelt, entschieden und ihren eigenen Karriereweg gefunden haben. Die Mutmach-Stories zeigen: Du bist nicht allein.

Eine junge Person sitzt nachdenklich am Fenster, hält den Kopf in den Händen; neben ihr liegen ein Smartphone und ein Notizbuch.
Marie: Mit chronischen Krankheiten durch das Studium

Ihr Studium bot ihr viel Freiheit: Flexibilität, die ihr ermöglichte, überhaupt zu studieren. Aber auch Flexibilität, weswegen Marie so lange studierte. Zwölf Semester lagen hinter ihr, als Marie ihr Studium abschloss. Eine Zeit, in der sie mit verschiedenen Herausforderungen zu kämpfen hatte.

Weiterlesen
Eine junge Frau sitzt an einem Tisch, arbeitet konzentriert mit Unterlagen und schreibt Notizen in ruhiger Umgebung.
Casey: Studieren mit Behinderungen und mangelnder Barrierefreiheit

Das Studium war ein Stück ersehnte Freiheit für Casey. Aber trotz ihrer Vorkenntnisse im Programmieren brach sie nach vier Semestern ab. Warum Casey fand, dass Barrierefreiheit an ihrer Hochschule leider nur Marketing gewesen sei, erfahrt ihr im Podcast.

Weiterlesen
Ein Mann arbeitet an einem Serverschrank, überprüft Kabelverbindungen und hält ein Tablet in der Hand.
Nico: IT-Karriere trotz Studienabbruch und ADHS

Vier Semester lang hat Nico Informatik studiert. Für ihn war das Studium keine Bereicherung für den Alltag als Software-Entwickler. Konzentration fiel ihm krankheitsbedingt schwer. Erfahre im Podcast mehr über Nicos Werdegang und wie eine Diagnose sein Leben veränderte.

Weiterlesen
Mehr Stories
Interne Verlinkung (Cards)

Entdecke weitere Inhalte, die dir Orientierung geben und dich auf deinem Weg unterstützen.

Die Initiative „Zweifellos – Finde deinen Weg" wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen der Initiative Bildungsketten.

Are you an international student ?