Bühne
Drei junge Studierende stehen draußen vor einem Gebäude und unterhalten sich; sie halten Notizbücher und tragen Winterjacken und Rucksäcke.
 
Studienabbruch als international student
Wenn dein Studium nicht passt –
gibt es Alternativen.
Einleitung Neuen Weg finden

Finde deinen neuen Weg abseits des Hörsaals

Manchmal zeigt sich, dass ein Studiengang einfach nicht der richtige ist. Für internationale Studienabbrecher*innen kann eine Veränderung besonders komplex sein. Es können sich aber auch neue, wertvolle Chancen eröffnen. Diese Seite bietet dir Orientierung, einen Überblick über deine Möglichkeiten und passende Unterstützungsangebote.

Viele internationale Studierende stehen vor ähnlichen Herausforderungen: Sprachbarrieren und finanzieller Druck bis hin zu Einsamkeit oder Stress, die Aufenthaltserlaubnis zu behalten. Diese Faktoren wirken sich oft negativ auf ein Studium aus und können auch dazu führen, dass du merkst, dass du dein Studium nicht fortführen kannst oder willst.

Auf dieser Seite wollen wir dir zeigen: Ein Studienabbruch ist kein Scheitern – er kann ein Neuanfang sein.

Nimm frühzeitig Kontakt zu den Beratungsstellen deiner Hochschule oder zur Jugendberufsagentur auf. Hier sitzen Expert*innen und können dir deine Fragen beantworten und dir weiterhelfen, wenn du zum Beispiel Probleme mit deinem Aufenthaltsstatus hast und neue Perspektiven entdecken willst.

Deine Optionen im Überblick (Akkordeon)

Neustart oder Neuorientierung – deine möglichen Wege

Nach dem Abwägen deiner Situation stellt sich die Frage: Weiterstudieren oder das Studium beenden? Jede Option hat Vor- und Nachteile und die beste Entscheidung hängt von deinen Zielen, Interessen und Lebensumständen ab. Im Folgenden zeigen wir, welche Wege du gehen kannst, welche Faktoren du beachten solltest und welche Unterstützung dir zur Verfügung steht.

Ein Wechsel des Studiengangs oder der Hochschule kann sinnvoll sein, wenn sich dein Fach nicht richtig anfühlt, dein Umfeld nicht passt oder sich deine Ziele verändert haben.

Was solltest du beachten?

  • Prüfe, ob deine Sprachkenntnisse für den neuen Studiengang ausreichend sind und ob du bestimmte Zertifikate brauchst.
  • Informiere dich frühzeitig über die Anforderungen und Bewerbungsfristen im neuen Studiengang oder an der neuen Hochschule.
  • Informiere dich, ob deine bisherigen Leistungen anerkannt werden können.
  • Deine Aufenthaltserlaubnis ist an den Studiengang und ggf. auch an den Studienort gebunden. Ein Wechsel des Studiengangs hat deshalb Auswirkungen darauf. Kontaktiere deshalb vorab deine zuständige Ausländerbehörde.

Wichtig für Studierende, die nicht aus der EU kommen: Ein Wechsel ist in der Regel innerhalb der ersten 18 Monate möglich. Danach entscheidet die Ausländerbehörde im Einzelfall. Kläre den Wechsel vorab mit deiner zuständigen Behörde.

Zum Bereich Weiterstudieren

Ein duales Studium verbindet ein Hochschulstudium mit praktischen Phasen in einem Unternehmen. Du studierst an einer Hochschule und hast gleichzeitig einen Arbeitsvertrag mit einem Betrieb. So sammelst du Theorie- und Praxiserfahrung parallel.


Was solltest du beachten?

  • Informiere dich, welche Sprachkenntnisse oder Nachweise verlangt werden.
  • Für ein duales Studium brauchst du in der Regel eine Aufenthaltserlaubnis zum Studium (§ 16b AufenthG). Es gilt rechtlich als Studium – auch wenn du zusätzlich im Unternehmen arbeitest.
  • Wenn du vom Studium in ein duales Studium wechseln willst, kläre vorher mit deiner zuständigen Ausländerbehörde oder einer rechtlichen Beratungsstelle, welche Auswirkungen das auf deine aktuelle Aufenthaltserlaubnis hat.

Zum Bereich Duales Studium

Ein Urlaubssemester kann hilfreich sein, wenn du aus persönlichen oder gesundheitlichen Gründen eine Pause vom Studium benötigst. Gründe dafür können z.B.: längere Krankheit, Pflege von Angehörigen, Schwangerschaft.

Was muss ich beachten?

  • Während eines Urlaubssemesters bleibst du bei der Hochschule eingeschrieben.
  • Informiere dich über die mögliche Dauer, Fristen und Bedingungen eines Urlaubssemesters an deiner Hochschule.
  • Für das Urlaubssemester brauchst du die Zustimmung deiner zuständigen Ausländerbehörde.

Zum Bereich Auszeit, Praktika und Orientierung

Eine Ausbildung ist eine praxisnahe Alternative zum Studium und bietet gute Jobchancen. In Deutschland hat die Berufsausbildung einen hohen Stellenwert und gut ausgebildete Fachkräfte sind auf dem Arbeitsmarkt sehr gefragt. Es gibt über 320 Ausbildungsberufe. Organisiert werden sie meist durch die Kammern, zum Beispiel die Handwerkskammer (HWK) oder die Industrie- und Handelskammer (IHK).

In Deutschland gibt es zwei Arten der Ausbildung:

  1. Duale Ausbildung
    Kombination aus Praxis im Betrieb und Theorie in der Berufsschule
    Vergütung: monatliches Gehalt
    Dauer: meist 2–3,5 Jahre

  2. Schulische Ausbildung
    Vollzeitunterricht an Fach- oder Berufsschulen
    Praxiserfahrung erhält man meistens über Praktika
    Oft keine Vergütung, ggf. Schulgebühren
    Dauer: meist 2–3 Jahre

 

Was du vor dem Wechseln in eine Ausbildung beachten solltest:

Aufenthaltstitel

  • Du kommst nicht aus der EU/EWR/Schweiz? Dann benötigst du eine Aufenthaltserlaubnis für die Ausbildung.
  • Bei bestehendem Aufenthaltstitel zum Studium: Unter bestimmten Bedingungen kann in einen anderen Ausbildungstitel gewechselt werden ("Zweckwechsel"), z.B. damit du eine Ausbildung machen kannst. Über deine Möglichkeiten kannst du dich auch bei aufenthaltsrechtlichen Beratungsstellen (z.B. Migrationsberatungsstellen, Jugendmigrationsdienste) informieren.

Wichtig: Nimm rechtzeitig mit Beratungsstellen Kontakt auf, solange dein aktueller Aufenthaltstitel noch gültig ist (bevor du Exmatrikuliert wirst).

Planung & Zeit
Ein schneller Wechsel ist oft schwierig; es kann bis zu 18 Monate dauern, bis du eine Ausbildung beginnen kannst, z.B. wegen Sprachkursen, der Suche nach Ausbildungsstellen und dem Bewerbungsverfahren.

Sprachkenntnisse
Für das Visum zur Berufsausbildung brauchst du Deutschkenntnisse mindestens auf Niveau B1. In der Praxis empfiehlt sich jedoch besser B2 oder sogar C1, besonders für den Unterricht und die Prüfungen in der Berufsschule.

Mit B1 kannst du im Alltag im Ausbildungsbetrieb meist gut kommunizieren. Hier ist es wichtig, dass du dich gut verständigen kannst und verstehst, was dir erklärt wird. Aber für die Berufsschule reicht das meistens nicht, da du hier auch Prüfungen ablegen musst. Ob dein Deutschniveau für die Ausbildung passt, entscheidet zunächst der Ausbildungsbetrieb. Allerdings erwarten viele Berufsschulen inzwischen mindestens B2. Sprachkurse vor oder während der Ausbildung helfen dir, dein Niveau rechtzeitig zu verbessern.

Weitere Infos zum Thema Deutsch für den Beruf findest du z.B. auch hier bei Handbook Germany

 

Weiterführende Links:

  • Agentur für Arbeit: Berät zu Berufen, Ausbildungen, Ausbildungsplatzsuche und möglichen Förderungen (Bsp.: Berufsausbildungsbeihilfe)
  • Kammern (z.B. IHK/HWK): Beraten zu Ausbildungsberufen, geben Infos zu Unternehmen und Ausbildungsplatzsuche
  • Make it in Germany
  • Handbook Germany: Infos zum Thema Zweckwechsel, Deutsch für den Beruf
  • anabin: Überprüfe, welchem deutschen Qualifikationsniveau dein Abschluss entspricht
  • Eine Möglichkeit dein Schulzeugnis und deine Berufserfahrung für ein deutsches Unternehmen zu übersetzen, bietet Europass

 

Und nach der Ausbildung?

  • Oft kannst du im Ausbildungsbetrieb weiterarbeiten oder zu einem anderen Unternehmen wechseln – dein Abschluss gilt branchenweit.
  • Du kommst nicht aus der EU? Mit einer erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung in Deutschland kannst du eine Aufenthaltserlaubnis zur Jobsuche (bis zu 12 Monate) beantragen.
  • Es gibt viele Weiterbildungen, z. B. Meister*in, Techniker*in oder Fachwirt*in oder Betriebs*wirtin. Auch ein späteres Studium mit Praxiserfahrung ist möglich.

Zum Bereich Ausbildung

Wenn du dein Studium abbrichst, aber bereits einen berufsqualifizierenden Abschluss hast und dieser in Deutschland anerkannt wird (z. B. Bachelorabschluss aus Deutschland oder dem Heimatland), kannst du unter bestimmten Voraussetzungen direkt in deinem Berufsfeld arbeiten. Es kann sein, dass du ein Anerkennungsverfahren durchlaufen musst, damit deine Qualifikation in Deutschland anerkannt wird. Dabei unterscheidet man reglementierte und nicht-reglementierte Berufe.

Mehr Infos zum Thema Anerkennung findest du bei: Make it in Germany.

Wende dich für mehr Infos zu den Voraussetzungen und Möglichkeiten für den Wechseln in ein Visum als Fachkraft an deine zuständige Ausländerbehörde.

Aufenthalt & Formalitäten klären (Text)

Rechtlich und organisatorisch alles im Blick behalten

Wenn du eine Ausbildung, ein anderes Studium oder eine Arbeitsstelle antreten möchtest, informiere dich frühzeitig über die rechtlichen Bedingungen. Melde dich vor einer Exmatrikulation bei deiner zuständigen Ausländerbehörde und suche dir Hilfe bei Beratungsstellen, um Fristen einzuhalten und eine Ausreise zu vermeiden.

Denke außerdem an:

  • Anerkennung deiner bisherigen Studienleistungen oder Abschlüsse (z. B. über Anabin)
  • Finanzierung & Versicherung: Job, Wohngeld, Krankenkasse anpassen
  • Nachweise für deine Sprachkenntnisse (mind. B1–B2) bereithalten
Jobsuche & weitere Möglichkeiten (Text & Buttons)

Arbeit finden und Übergänge gestalten

Wenn du dein Studium abgebrochen hast und dich neu orientierst, kannst du über verschiedene Wege in den Beruf einsteigen oder dich weiterqualifizieren.

Entscheidend ist, frühzeitig nach passenden Angeboten zu suchen und die aufenthaltsrechtlichen Voraussetzungen zu kennen.

 

Jobsuche & Bewerbung

  • Job- und Karrieremessen: direkter Kontakt zu Unternehmen, gute Chance für persönliche Gespräche
  • Online-Portale & Websites: z. B. Stepstone, Indeed, Make it in Germany, Jobbörse der Agentur für Arbeit
  • Die Agentur für Arbeit: berät zu offenen Stellen und Bewerbungsprozessen; das Portal BERUFENET bietet Infos zu Tätigkeiten und Berufsbildern
  • Kammern: Beratung zu Berufen, Anerkennung, Jobvermittlung

 

Weitere Optionen – Aufenthaltstitel außerhalb des Studiums

Wenn du nicht direkt in Ausbildung oder Beruf einsteigen kannst, gibt es zwei mögliche Aufenthaltstitel für die Übergangszeit:

Für einen Sprachkurs:

  • Anmeldung zu einem Intensivsprachkurs (mind. 18 Std./Woche)
  • Nachweis gesicherter Lebensunterhalt (z. B. Sperrkonto)
  • Arbeit bis zu 20 Std./Woche möglich

Für die Suche nach einem Ausbildungs- oder Studienplatz:

  • Unter 35 Jahre
  • Gesicherter Lebensunterhalt (z. B. Ersparnisse, Sperrkonto)
  • Sprachkenntnisse mindestens B1
  • Arbeit bis zu 20 Std./Woche erlaubt

 

Make it in Germany Handbook Germany
Seitenteaser Erfahrungsberichte

Erfahrungsberichte: So haben andere ihren Weg gefunden

Höre und lese Geschichten von Studienabbrecher*innen, die auch gezweifelt, entschieden und ihren eigenen Karriereweg gefunden haben. Die Mutmach-Stories zeigen: Du bist nicht allein.

Eine junge Frau präsentiert vor einem Team in einem modernen Büro und erklärt Inhalte an einem Whiteboard mit Haftnotizen.
Petya: Master in Marketing und Vertrieb

Petya studierte in Bulgarien Internationale Wirtschaftsbeziehungen. Doch ein Auslandssemester in Deutschland veränderte ihre Perspektive: Sie wagte den Neustart in Deutschland und absolvierte hier ihren Master.

Weiterlesen
Eine Frau steht auf einer Treppe in einem modernen Glasgebäude und lächelt in die Kamera.
Vera: Juniorprofessorin für Wirtschaftspädagogik

Die erste Karriereweg ist nicht immer der richtige: Veras Weg verlief nicht gradlinig. Sie sammelte zunächst verschiedenste Erfahrungen im In- und Ausland. Schließlich entdeckte sie die Lehre für sich.

Weiterlesen
Mehr Stories
Interne Verlinkung (Cards)

Entdecke weitere Inhalte, die dir Orientierung geben und dich auf deinem Weg unterstützen.

Die Initiative „Zweifellos – Finde deinen Weg" wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen der Initiative Bildungsketten.

Are you an international student ?